Alltag

Ein neuer Beitrag war schon wieder mehr als Überfällig aber im Moment genieße ich einfach das Mama sein und es ist zeitlich halt doch um einiges einfacher, ab und zu etwas bei Instagram zu posten, anstatt hier lange Texte zu schreiben. Jetzt liegt die Kleine aber gerade friedlich schlummernd neben mir und da Markus heute unterwegs ist habe ich zwar keine Langeweile aber halt doch irgendwie etwas „Freizeit“ für mich.

Die ersten 6 Wochen mit Baby waren wirklich anstrengend, es ist eine große Umstellung gewesen, sich plötzlich um dieses kleine Wesen zu kümmern und keinen Feierabend zu haben. Jetzt wo sie sich an unseren Tagesablauf so langsam angepasst hat, ist das alles schon viel einfacher. Sie ist wirklich sehr lieb und wir können uns da echt nicht beklagen, aber auch mit so einem „Anfänger-Baby“ hat man halt mal Tage die zum Abgewöhnen sind. Ich habe jetzt übrigens schon mehrfach Nachrichten bekommen, dass ich sowas immer sehr ehrlich berichte – und ich finde genau darum geht es ja auch irgendwie… natürlich ist es toll, wenn die Kleine mich anlächelt und dann sind wirklich die quarkigen Stunden davor vergessen – aber im Alltag läuft eben nicht immer alles wie im Film. Friede, Freude und Eierkuchen sind schön aber eben nicht an der Tagesordnung. Es wird aber einfacher. Oder ich traue mir jetzt mehr zu. Vielleicht auch eine Mischung aus beidem.

Ich habe mich immer über die Leute bzw. Eltern lustig gemacht, die sich über Windeln und deren Inhalt unterhalten haben (Hundebesitzer können das zum Teil ähnlich gut). Tja und was soll ich sagen? Es hat nicht lange gedauert, da haben wir uns auch bei solchen Gesprächen ertappt. Zum Ersten liest man häufig, dass die Windeln von kleinen Babys nicht stinken. Keine Ahnung warum man das behauptet, jedenfalls stimmt das nicht. Sicherlich wird das noch mal schlimmer, wenn richtiges Essen statt der Muttermilch verdaut wird, aber nach Blümchen riechen die ersten Windeln nun wirklich nicht. Dann ist es auch so, dass Babys keinen täglichen Stuhlgang haben – da kommen wir dann zum Thema „Gespräche über den Windelinhalt“ da wir ja zu zweit sind und nicht immer beim Wickeln nebeneinander stehen. Vollgestillte Babys können locker mal bis zu 10 Tagen nur nasse Windeln produzieren. Dann fangen die Pupse langsam an, nach faulen Eiern zu riechen (überhaupt kann so ein kleines, süßes Baby pupsen und rülpsen wie ein Erwachsener, da fragt man sich echt, wo diese Geräusche manchmal herkommen). Tja und wenn dann der Tag X gekommen ist, wo gefühlt der ganze Darminhalt der 10 Tage auf einmal kommt, sollte man schleunigst im Eilschritt zur Wickelkommode laufen. Oft schaffe ich es, bevor die Windel überläuft, aber eben nicht immer. Und da ist es egal, welche Marke Madame da gerade um den Popo gebunden hat. Ihr kennt bestimmt diese lustigen Bilder aus dem Internet, wo man junge Eltern gerne drunter verlinkt, wo dann ein vollgesapschtes Baby mit gelbem Matscherücken zu sehen ist? Das ist kein Witz, das sieht dann wirklich so aus. Gerne passiert so etwas auch, wenn man gerade unterwegs ist. Wechselklamotten für das Kind also immer dabei haben! WICHTIG! Und für sich selbst unter Umständen auch, jedenfalls ein frisches Shirt. Wieder ausgespuckte Milch zum Beispiel fängt ganz schnell an unangenehm zu riechen. Nun klingt das ja wieder alles nicht so positiv, aber ganz ehrlich, lustig ist es trotzdem oft. Der Satz „ich bin heute echt angepisst“ bekommt da eine ganz neue Bedeutung.

Es gibt neben diesen kleinen Katastrophen aber auch viele schöne Momente. Wir haben mittlerweile ganz viele Nächte, wo die Kleine nur noch 1x zum Trinken wach wird, dann ganz fix einschlummert und direkt wieder in ihr Bettchen gelegt werden kann. Da werde ich manchmal gar nicht so sehr wach und schlafe dann auch direkt weiter. Ein paar Nächte gab es auch, wo sie sich erst morgens wieder gemeldet hat. Da bin ich dann aber trotzdem immer zwischendurch wach geworden und habe geguckt, ob sie nicht doch schon wach ist. Blöd eigentlich, aber man gewöhnt sich ja dran. 4-6 Stunden Schlaf sind immer toll, da wache ich richtig erholt auf. Klappt nicht immer aber sehr oft. Und wenn sie mich dann morgens anlächelt, geduldig wartet bis ich sie aus ihrem Bett hole und sie mich mit den ersten lustigen Geräuschen begrüßt, da geht mir wirklich das Herz auf.

Überhaupt kann man jetzt schon so viel mit ihr machen. Mit ihren 4 Monaten kann sie schon sehr viel und hält uns sehr auf Trab. Aber ein Pluspunkt ist jetzt auch, dass sie sich kurze Zeit mal alleine mit ihrem Spielzeug beschäftigen kann. Nachteil dabei ist, dass sie sich schon drehen kann. Auf dem Sofa parken geht also nicht mehr, Fußboden zwar schon, aber manchmal strandet sie beim Drehen auch auf dem Bauch und kommt nicht mehr zurück. Da muss man dann schon in Reichweite sein. Sehr lustig sieht das aus, wenn sie sich selbst darüber ärgert. Arme und Beine werden dann ausgestreckt und hochgezogen, sieht etwas aus wie ein sterbender Schwan. Und dann fängt sie an zu kreischen. Und das nicht leise uns süß, nein richtig laut. Es müssen alle in der Wohnung und am besten auch die Nachbarn hören können, dass sie gerade frustriert ist weil das zurück drehen nicht klappt. Diese Ungeduld hat sie wohl von mir…. Spielbogen, Teddybär und die Rasseln sind täglich wechselnd bei ihr hoch im Kurs. Neuerdings auch Greifling und besonders beliebt – Tücher. Die kann man sich nämlich über das Gesicht ziehen und das scheint total amüsant zu sein in der Babywelt. Sie kichert dann und freut sich wild strampelnd.

Zum Lachen noch eine kleine Anekdote von Dienstag: Ich war mit ihr im Stall, da kommt sie ja regelmäßig mit hin. Soweit also nichts ungewöhnliches. Nachdem sie sich die ganze Zeit im Kinderwagen mit ihrer Kinderwagenkette selbst bespaßt hat, durfte sie hinterher auf der Stallgasse noch auf meinen Arm, da guckt es sich ja gleich viel besser. Auch noch nichts besonderes aber nun kommt es – ein dunkler Schimmel wollte unbedingt unsere Aufmerksamkeit bekommen und hat energisch gegen seine Boxentür gepoltert, mehrfach. Das fand die Kleine schon mal interessant und fing an vor sich hin zu glucksen. Dann hat das Pferd aus seinem Fenster geguckt, den Kopf schräg gehalten und mit dem Maul rumgekaspert. Das war dann scheinbar so komisch, dass sie quietschend losgelacht hat und sich für knappe 2 Minuten nicht mehr einbekommen hat. Da hat sie zum ersten Mal so richtig laut gelacht. Nicht, dass wir sie zuhause nicht auch bespaßen würden, da macht man sich selbst dauernd zum Horst und dabei kann es so einfach sein. Für unsere beiden Katzen interessiert sie sich übrigens gar nicht. Für Pferde aber schon. Sollte mir vielleicht zu denken geben oder? Naja, Schaukelpferd und Steckenpferd stehen schon im Kinderzimmer bereit, da kann sie sich dann später mit austoben.

Genau solche Momente sind einfach schön, dabei zu sein und zu erleben wie sie die Welt entdeckt. Zum ersten mal etwas schafft, macht oder bemerkt. Das macht richtig viel Spaß! Das hätte ich mir so nie vorstellen können, aber man wächst da doch irgendwie rein.

Das Gegenteil zum Lachen hatten wir letzte Woche übrigens auch. Einen ganzen Tag mit Gebrüll, Weinen und nicht vom Arm runter wollen. Es wurde direkt laut gekreischt, wenn man doch mal kurz versucht hat sie abzulegen. Da haben die Zähnchen, die sich langsam ankündigen, wohl ganz arg gedrückt. Besonders weil sie sonst so lieb und fröhlich ist, tat sie mir wirklich leid. Man kann schließlich nicht erklären, dass es besser wird. Beißring halten, Baby trösten, tja und dann feststellen, dass gerade nichts das richtige ist. Das zehrt dann an den Nerven. Man kommt sich so hilflos vor und ist vielleicht auch schon etwas genervt. Das darf man übrigens auch mal sein. Ich bin keine schlechte Mama, weil ich irgendwann mal nicht mehr kann. Das muss man sich eingestehen können und entsprechend eine Lösung finden. Markus hat früher Feierabend gemacht, mir das Baby abgenommen und ich konnte mal durchatmen, in Ruhe essen und dann gut gelaunt wieder meine Kleine trösten. Und am nächsten Tag war alles gleich wieder viel besser. Solche Tage wird es immer wieder geben, zum Glück ist sie kein Schreikind und wirklich selten so anstrengend. Und auch wenn sie einen schlechten Tag hat, ich habe sie unendlich doll lieb und möchte dies alles nicht missen. Es gehört zum Gesamtpaket dazu und wahrscheinlich könnte man die vielen guten Tage gar nicht so sehr schätzen, wenn man nicht auch mal einen schlechten hätte.

Soweit erstmal zum Alltag, einiges mehr folgt dazu noch, aber jetzt ist der Text schon viel länger geworden als gedacht. Danke an alle, die bis hierher gelesen haben!

 

In der Pferdeklinik

Am Montag Nachmittag war es so weit, Whisper wurde zur Pferdeklinik gefahren. Sie ist so brav wie selten auf den Pferdehänger marschiert und hat sich ganz geduldig von mir nach Appen fahren lassen. Durch Stau und volle Straßen sind wir einen kleinen Umweg gefahren, hatten dadurch aber freie Fahrt und sind super pünktlich zur Aufnahme in der Klinik gewesen. Whisper durfte gleich eine schöne große Box mit Fenster zur Stallgasse und draußen zum Hof beziehen. Dass gegenüber die Boxen gerade noch mit einem Hochdruckreiniger gesäubert wurden hat sie erst etwas nervös gemacht, die Versuchung an das Heu in der Raufe zu kommen hat sich dann aber durchgesetzt. Nach ein paar Minuten stand sie ganz friedlich in der Box und hat auf dem Heu gekaut.

Für mich ging es dann ins Büro, Papierkram erledigen. Dann wurde uns noch erzählt, wie der Eingriff genau laufen wird, welche Risiken es gibt und welche Nebenwirkungen eventuell auftreten können. Natürlich ist jeder Eingriff nicht ganz ungefährlich, so wirklich vorstellen, was da alles passieren kann, möchte man sich aber eigentlich trotzdem nicht. Allein die großen Zangen zum Zahn rausziehen fand ich schon beeindruckend, ohne sie in Aktion gesehen zu haben. Halt alles ein paar Nummern größer! Der Zahn wird mit einer örtlichen Betäubung der Nerven am Kopf gezogen (3-4 Stunden kann so ein Eingriff dauern). Glubschaugen, Gesichtslähmung, Schwellungen, eine lange Liste mit Dingen, die lieber nicht eintreten mögen.

Es ist ja schon etwas komisch, wenn man sein Pferd dann einfach so bei fremden Menschen lässt und alleine wieder nach Hause fährt. In der Nacht habe ich dann tatsächlich auch ganz viel wilden Kram geträumt, obwohl ich mich sonst morgens nie daran erinnern kann, diesmal wusste ich aber, dass es um Whisper in der Klinik drin. Erst konnte sie nicht aufstehen und die Stallgasse wurde geflutet, dann stand da plötzlich ein zweiter Schimmel in ihrer Box und wollte niemanden rein lassen. Erholsamer Schlaf sieht irgendwie anders aus, ich war froh, dass ich direkt aufstehen konnte. Im Büro ging der Blick dann alle paar Minuten aufs Telefon. Gegen Mittag wollte die Klinik sich melden. Der Anruf kam dann um kurz nach 12 Uhr. Leider nicht mit dem gewünschten Ergebnis, der Zahn steckt noch so doll fest, dass er nicht wie gedacht so einfach per Zange gezogen werden kann. Das heißt dann im Klartext: Eine 2. OP am Folgetag. Nun soll von außen durch ein Loch ein Gewinde in den Zahn geschraubt werden. Klingt abenteuerlich, aber es hilft ja nun leider nichts. Dafür wurde berichtet, dass sie ganz brav war und gut mitgemacht hat. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das in Kliniken nicht immer der Fall ist. Immerhin konnte ich mich freuen, dass ich nicht zu viel versprochen habe, als ich nach Unarten des Pferdes gefragt wurde. Sie hat nämlich keine. Im Umgang ist sie wirklich artig und freundlich.

Nach Feierabend habe ich Whisper dann besucht. Sie hat mich sehr müde angesehen, auf dem Heu gekaut und sah ziemlich erschöpft aus. Vielleicht hatte sie ja auch so schlecht geträumt wie ich? Der Tierarzt kam noch kurz vorbei und hat berichtet. Whisper wurde dann ordentlich geputzt und durfte zur Verabschiedung noch einen Apfel haben. Damit ist die nächsten Tage erstmal Schluss. Kein hartes Brot, keine Wurzeln, keine Äpfel. Also jetzt nochmal genießen!

Eben kam dann der neue Anruf – heute hat alles geklappt! Es war noch etwas schwieriger als erwartet, da der Zahn recht weit und wohl auch schief eingekeilt festsaß, aber er ist nun draußen. Auch eine abgebrochene Wurzel konnte im Anschluss noch entfernt werden. Nun sitzt da eine Plombe drin, die morgen nochmal gewechselt wird. Sie steht in ihrer Box und schläft nun aus. Tapfere kleine Whispi! Morgen darf sie dann zum Glück schon wieder nach hause!

Frühling!

Momentan genießen wir ganz entspannt die schöne Frühlingssonne (meistens bei einem Ausritt) aber auch auf dem Platz waren wir ein wenig fleißig. Aufgrund unseres „Zahnproblems“ reite ich dann aber ohne Gebiss, um Whisper möglichst wenig im Maul zu stören. Allerdings halten sie die Zahnschmerzen trotzdem nicht davon ab, in jedem Eimer nach etwas essbarem zu suchen.

 

Wenn Whisper nicht geritten wird, hat sie einen ganz entspannten Alltag. Morgens zwischen halb 8 und 8 Uhr bringe ich sie mit Dancer und Lotti zusammen aufs Paddock. Da gibt es dann das Frühstücksheu. Die Zwischenzeit bis zum Mittags- und Abendheu verbringen die drei dann mit schlafen, spielen und Fellpflege.

 

Ganz niedlich mit anzusehen ist dabei unser Freiheits-Pas de deux. Whisper und Dancer machen nämlich nur noch selten etwas alleine. Wenn einer der beiden zum Wasserbottich geht, geht der andere mit. So trotten sie den ganzen Tag nebeneinander her, fast so wie aneinander festgeklebt. Das hat dann leider zur Folge, dass sie auch außerhalb des Paddocks nicht mehr alleine sein wollen. Macht aber auch nichts, zu zweit ausreiten ist ja auch viel schöner! (Zumal man alleine ja eh nicht ins Gelände gehen soll). Noch dazu passen Whisper und Dancer von der Größe und der Schnelligkeit sehr gut zusammen, das mit dem Pas de deux nehmen wir dann vielleicht auch mal auf dem Pferd in Angriff. Es wäre zumindest eine Überlegung wert. Nun steht aber in der kommenden Woche erstmal Whispers Zahn-OP an. Mit einem wieder problemlos kauendem Pferd können wir dann hoffentlich die nächste Rosse nutzen. Da sich das jetzt im April leider mit der OP überschneidet. Aber noch bin ich guter Dinge, was mein Fohlen-2018 Projekt betrifft.