Im Stutenhotel

Anfang Mai wurde es langsam ernst für die Fohlenplanung 2018. Mit der Stationstierärztin hatte ich besprochen mich zu melden, wenn es losgehen sollte. Da Whisper leider Zuhause so rein gar nicht zeigt, wann sie rossig ist, habe ich versucht das rechnerisch zu ermitteln und gehofft, dass so alles passt. Die nächste Hengststation von unserem Stall aus ist die in Bokel, nur 3,9 km entfernt. Leider war dort keine Box mehr frei und die Untersuchungszeiten morgens um 9 Uhr sind mit meinem Job auch nicht wirklich zu vereinen – es musste also eine andere Lösung her. Ich bekam eine Telefonnummer vom Nachbarhof und hatte Glück, eine Box war noch frei. So habe ich am 3. Mai abends einen gemütlichen Ausritt nach Bokel gemacht. Über die Feldwege und überwiegend im gemütlichen Schritt waren wir in 35 Minuten am Ziel. Für den kurzen Weg wollte ich nicht extra verladen und etwas Beine vertreten kann ja auch nicht schaden. Whisper hat also ihre Box im „Stutenhotel“ bezogen und ich wurde per Auto wieder abgeholt.

Am nächsten Tag hat sich gegen Mittag die Tierärztin gemeldet, ich habe die Stute genau zum passenden Zeitpunkt gebracht! Die Rosse sehe schon ganz vielversprechend aus. Am Abend habe ich dann mit Whisper einen kleinen Ausritt gemacht, sie kann zwar tagsüber aufs Paddock aber eben nicht so lange wie sie es gewohnt ist, daher haben wir das direkt angrenzende Reitgelände erkundet. Herrlich! Viele schöne Wege, tolle Möglichkeiten für Trab und Galopp und auch der Wald ist schnell erreichbar. Da wir insegesamt 11 Tage dort waren, gab es viel Zeit das Gelände zu nutzen. Mir kamen die abendlichen Ausflüge immer wie ein Kurzurlaub vor. Dazu waren wir auch ausgiebig grasen, es sollte ihr ja an nichts fehlen.

  

Leider hat sich die Rosse dann doch nicht wie gewünscht weiter entwickelt, es musste gespritzt werden. Es folgten dann auch die ersten Besamungen, Dienstag, Donnerstag und Samstag. Zum Glück konnte ich Samstag dann auch mit dabei sein, immer nur übers Telefon Bericht zu bekommen ist eben anders als alles live zu sehen. Beim Ultraschall am Sonntag war dann zu sehen, dass das gewünschte Ei tatsächlich gesprungen ist. Sie durfte also zurück nach Hause. Bei herrlichem Sonnenschein sind wir ganz gemütlich zurück nach Hause geritten, dort wurde sie schon erwartet und durfte direkt auf die Weide. Für die kommenden 16 Tage war dann Daumen drücken angesagt, bis zum Kontrolltermin auf der Hengststation.